Feministische Aktionswoche Plauen

Gemeinsam mit den Jusos Vogtland und den Antifaschistischen Gruppen des Vogtlands haben wir in diesem Jahr eine feministische Aktionswoche auf die Beine gestellt, die vom 7. – 12. März in Plauen stattfinden wird.

Alle Infos dazu findet ihr auf www.femakpl.blogsport.eu !freepussyriot-940x607

Das ist unser Aufruf:

Warum wir (nicht nur) am Frauentag kämpfen

Der 8.März ist im gesellschaftlichen Mainstream nur ein weiterer Valentinstag, an dem man Frauen* Blumen schenkt. Blumen, als das wohl billigste Symbol für Wertschätzung überhaupt. Ein inhaltsleeres Ritual an dem sich sogar die Gewerkschaften beteiligen. Wahrscheinlich um diese zu beschwichtigen, zu behaupten der Kampf wäre ausgekämpft, die Gleichberechtigung erreicht.

Wir sagen: einen Scheiß! Wir brauchen keine Blumen – für uns ist der „Internationale Frauentag“ ein Frauen*Kampftag, wir kennen seine Geschichte und wir sehen eine Gegenwart in der noch vieles zu erkämpfen ist, es vieles zu bekämpfen gilt.

Wir halten den Feminismus für unabdingbar und wissen um die Notwendigkeit seiner Verquickung mit anderen Kämpfen gegen herrschende Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnisse.

Im Kapitalismus werden Frauen* in mehrfacher Hinsicht ausgebeutet und unterdrückt.

Die schlecht oder gar nicht bezahlte Erziehungs- und Pflegearbeit zu Hause und in der Gesellschaft wird hauptsächlich von Frauen* geleistet. Sie verdienen immer noch, bei gleicher Leistung weniger und arbeiten zusätzlich mehrheitlich in schlechter bezahlten Berufen. 70% der Arbeit im Niedriglohnsektor wird von Frauen* geleistet. Die Situation von Frauen* mit Migrationshintergrund ist durchschnittlich noch prekärer.

Stereotype und Vorurteile bestimmen immer noch Erziehung und Bildung. Sexistische Werbung und gender typisierte Produkte konstruieren und manifestieren beschissen Körpernormen und Rollenklischees. Immer noch werden, wieder besseres Wissens, sozial konstituierte Unterschiede biologisch begründet.

Menschen, die sich außerhalb, zwischen oder nicht in der ihnen zugewiesenen Kategorie (Mann oder Frau) verorten werden diskriminiert, angefeindet und sind überdurchschnittlich oft Opfer von (sexualisierter) Gewalt, Trans*Frauen sind nach Sexarbeiter_Innen die am häufigsten betroffene Gruppe.

Immer wieder wird Frauen* ihr Selbstbestimmungsrecht über ihren Körper abgesprochen – sexualisierte Gewalt, Übergriffe und Vergewaltigungen sind trauriger Alltag und selbst Abtreibungen sind nach wie vor nur, geknüpft an Zwangsberatungen, straffrei gestellt.

Als wäre das alles nicht schon beschissen genug versuchen AfD und Konsorten gerade ein antifeministisches, konservatives Rollback zu inszenieren – erkämpfte Rechte und emanzipatorische Fortschritte in Frage zu stellen.

Die Internationale Situation ist im allgemeinen noch beschissener. Es besteht also Handlungsbedarf.

Deshalb finden am und um den 8. März in vielen Städten Frauen*kampftag Demos statt u.a am 12. März eine in Leipzig deren Inhalten wir natürlich unterstützen. Trotzdem hielten wir es für sinnvoll uns nicht einfach ins gemachte Nest zu setzen, will heißen einfach nach L.E. zu mobilisieren, sondern feministische Inhalte in der Provinz hörbar zu machen und haben deshalb eine kleine aber feine Aktionswoche auf die Beine gestellt:

  • Montag, 7. März – Vortrag und Diskussion zur Frauenbewegung in Rojava, ab 18 Uhr – Siegener Str. 26
  • Mittwoch, 9. März – Vokü und Diskussion über eine feministische Antwort auf die Vorfälle in Köln, ab 18 Uhr – Siegener Str. 26
  • Samstag, 12. März – Workshop zu Lookism und Fatshaming, Vokü und anschließende Party – Galerie Forum K

Zu der Demo nach Leipzig  mobilisieren wir trotzdem und haben unsere Veranstaltungen so gelegt, dass man auch an der Demo teilnehmen kann.

* = Mit dem Stern (*) bei Frau* schließen wir explizit alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten ein.