PM: Homophobie ist auch im Vogtland nicht hinnehmbar!

Plauen – Zur Teilnahme des Plauener Stadtrates Dieter Blechschmidt an einer homophoben Tagung der christlich-fundamentalistischen „Studentenmission in Deutschland“ erklärt Daniel Bache für die linksjugend [solid] Vogtland:

Es ist schier unerträglich, dass die CDU offenbar weder willens noch fähig ist sich von den homophoben Machenschaften Dieter Blechschmidts zu distanzieren und endlich dafür Sorge zu tragen, dass die Diskriminierung von sexuellen Minderheiten in Sachsen ihr Ende findet. Nicht nur, dass Blechschmidt Homosexuelle bereits in der Vergangenheit unbehelligt und öffentlich als „gestört“ diffamierte, seine Teilnahme an einer Tagung der christlich-fundamentalistischen „Studentenmission in Deutschland“, die Homosexualität als ein „Symptom einer emotionalen Störung und ein Identitätskonflikt“ brandmarkt, schlägt dem Fass endgültig dem Boden aus!

Wir schließen uns der Forderung des Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD) in Sachsen nach einer Distanzierung durch die Staatsregierung an und fordern Dieter Blechschmidt weiterhin und erneut auf endlich von seinen politischen Funktionen zurückzutreten. Statt weiter Hass zu sähen, sollte auch die CDU einsehen, dass es der freien Entscheidung eines jeden Menschen obliegt, wen und wie sie oder er liebt und dass es nicht hinnehmbar ist, aufgrund dessen Vorurteilen und Diskriminierung ausgesetzt zu sein.

Voller Erfolg! – Podiumsdiskussion „Homosexuell im Vogtland“

geschrieben von André Hegel (Sozialistische Linke Vogtland)
und Daniel Bache (linksjugend [’solid] Vogtland)
In der Vergangenheit ist der Freistaat Sachsen immer wieder durch homonegative, also homosexuellenfeindliche, Ausfälle seiner politischen Vertreterinnen und Vertreter aufgefallen. Während Mensch die Stadt Dresden im krassen Gegensatz zu vielen anderen Städten strikt weigert zum Christopher Street Day die Regenbogenflagge vor dem Rathaus zu hissen, werden aus dem Erzgebirge Hassmails an homosexuelle Mitglieder des Deutschen Bundestags geschickt und im Vogtland werden Homosexuelle von Stadträten als krank und gestört diffamiert.

20120527homosex-Seite001Anlässlich der aktuellen Situation fand am Mittwoch, dem 13. Juni, in der “Alten Feuerwache“ in Plauen eine Podiumsdiskussion mit einigen Gästen statt. Namentlich waren dies Marie Nele Wolfram (Jugendparlament Plauen), Jenny Oehmgen (CDU Vogtland), Carsten Schatz (DIE LINKE.queer Berlin und Deutsche AIDS-Hilfe), Andy Darby (Leiter der Galerie Forum K und Plauener Stadtrat), sowie Frank Trtschka (Sportler und Plauener Bürger). Moderiert wurde der Abend von Daniel Bache einem Vertreter der linksjugend [’solid], welche die Veranstaltung gemeinsam mit dem Stadtverband Plauen und der Regionalgruppe “Sozialistische Linke“ Vogtland organisierte. Als Erfolg kann die Aktion wohl bereits deshalb gewertet werden, weil mit 57 Menschen mehr als doppelt so viel Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie ursprünglich erwartet den Saal gefüllt haben.

Die Debatte an sich verlief außerordentlich konstruktiv, wobei sich aus dem Publikum sowohl junge, als auch ältere Besucherinnen und Besucher aktiv an dem Diskurs beteiligten. Ein großer Streitpunkt war der Einfluss der Religion in Bezug auf die Situation von Homosexuellen und die Frage, wie man die Gesellschaft für das Thema sensibilisieren kann. Auch inwieweit über die frühe Bildung ein Beitrag geleistet werden kann und muss wurde anlässlich der Tatsache, dass ein Coming Out von Homosexuellen in der Schule nicht selten massives Mobbing nach sich zieht, diskutiert. Der Genosse Carsten Schatz, der extra für die Diskussion aus Bundeshauptstadt anreiste, berichtete hierbei von zahlreichen Projekten an Berliner Schulen. Der Umgang mit nicht normativen sexuellen Identitäten und Lebensmodellen sei besonders in männlich dominierten Klassen ein Problem, berichtete eine Lehrerin des Beruflichen Schulzentrums für Wirtschaft und Gesundheit “Anne Frank“.

Verwunderlich ist die Herausbildung solcher Ressentiments nicht, wenn man bedenkt, dass Homosexualität auch hierzulande bis vor wenigen Jahrzehnten strafrechtlich verfolgt wurde. Der Paragraph 175 beispielsweise, der seine Wurzeln bereits in der Kaiserzeit fand und im Dritten Reich massiv verschärft wurde, hatte in der Bundesrepublik skandalöserweise noch bis 1969 in der Fassung der Nazis seine Gültigkeit und wurde erst zum 11. Juni 1994 vollends abgeschafft. Der seit 1968 wirksame Paragraph 151 im Strafrecht der DDR hingegen, der homosexuelle Handlungen mit Jugendlichen sowohl für Frauen, als auch Männer unter Strafen stellte, wurde bereits 1988 ersatzlos gestrichen.

Nach der Veranstaltung bleibt zu hoffen, dass aus dem Skizzieren des gesellschaftlichen Soll und Haben nun endlich auch konkrete gesellschaftliche und politische Initiative hier vor Ort heranwächst, um die Akzeptanz für nicht heterosexuelle Identitäten zu stärken. Schlecht stehen würde das einer Stadt nicht, die für sich Weltoffenheit und Modernität beansprucht.

Abschließend kann man sagen, es war ein Erfolg und bestimmt nicht die letzte Veranstaltung zu diesem Thema und sicherlich nicht die letzte Veranstaltung der SL Vogtland.

Pressemitteilung: Dieter Blechschmidts Äußerungen nicht akzeptabel

Plauen – Zu den Äußerungen des Plauener CDU-Stadt- und Kreisrates Dieter Blechschmidt, Homosexuelle sollen sich wie Alkoholkranke helfen lassen, erklärt der Lars Legath Stadtrat der Fraktion DIE LINKE. für die Linksjugend [’solid] Vogtland:

„Wir als Linksjugend[’solid] stehen für die Gleichberechtigung der Geschlechter und
Lebensweisen. Aus diesem Grund finden wir, die Liebe zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen als Krankheit zu bezeichnen ist nicht nur intolerant und menschenverachtend sondern zeugt schlichtweg von gewissen Maß an Rückständigkeit.
Als bekennender Christ, welcher Herr Blechschmidt ist, sollte man Menschen nicht das Recht auf Gleichbehandlung verwehren, nur weil sie anders Lieben als man selbst.
Die von Blechschmidt getroffenen Äußerungen sind einfach inakzeptabel. Deshalb fordern wir Ihn auf: Lassen sie sich von Ihren Parteikollegen in der „Lesben- und Schwulen Union“ ein klein wenig Nachhilfe in Sachen Lebensweisen geben und denken sie über Ihre Äußerungen und Konsequenzen nach, welche daraus folgen können!“

Homophobe Äußerungen des Plauener CDU Stadtrates schlichtweg menschenverachtend

Pressemitteilung der Linksjugend[’solid] Sachsen

+++ nicht der erste homophobe Vorfall in der sächischen CDU +++

Zu den homophoben Äußerungen des Plauener CDU Stadtrates Dieter Blechschmidt erklärt Tilman Loos, Mitglied im Landesvorstand der sächischen LINKEN: „Wer die Liebe zwischen Menschen nur weil sie das gleiche Geschlecht haben als Krankheit tituliert, äußert sich nicht nur intolerant sondern schlichtweg menschenverachtend. Das Blechschmidt die scharfe Kritik an seiner homophoben Äußerung im Nachgang selbst als intolerant bezeichnet hat, stellt die Sache vollends auf den Kopf.“, so Tilman Loos.

Dass Blechschmidt gleichgeschlechtlich Liebende aufgerufen hat, sich Hilfe zu suchen, kommentiert Loos mit den Worten: [weiter lesen]

Chemnitzer CDU Politiker beschimpft Teilnehmer/innen vom CSD

Kai Hähner (CDU) hat in einem MDR-Interview die Organisatoren des CSD-Leipzig kritisiert, dass diese „durch Ihre öffentlichen Auftritte und das Zuschaustellen Ihrer Lebensweise Homosexualität inzwischen als ´trendy´ gilt und somit Jugendliche verleitet werden, die sich in einer sexuellen Findungsphase befinden.“ Weiterhin sieht er es als eine „unerträgliche Unverschämtheit“ an, wenn Homosexuelle Kinder aufziehen und in Schulen für Toleranz werben. „Sollte dies in diesem Land tatsächlich passieren und Kinder schon im Vorschulalter mit Homosexualität konfrontiert werden, werde ich der erste sein, der die Verantwortlichen vor Gericht bringt“ so Hähner.

[weiter]

Quelle: www.linksjugend-sachsen.de

Spiel nicht mit den Schmuddelkindern – Teil 2

Bundestagskandidatin Janina Pfau, Kriesvorsitzende Michaele Wohlrab und weitere GesoInnen beim Besuch Angela Merkels
Ganz großer Besuch hatte sich im Vogtland angekündigt. Bundeskanzlerin Angela Merkel wollte nach Plauen kommen.

Im Wissen, dass die Kanzlerin wieder eine Lobesrede auf ihre Politik halten wird und dabei die Realität zumindest zum Teil ausblenden wird, bereiteten wir uns mit Flyern und Merkelmaske auf den Auftritt vor.

Auf dem Platz angekommen, trafen wir uns mit einigen Genossinnen und Genossen der Partei. Und wegen der Vollmaske gab es auch gleich zu Beginn Ärger. Die freundlichen Herren von der Polizei forderten den Träger der Maske auf, diese abzusetzen und drohten bei weiterer Benutzung einen Platzverweis und unter Umständen weitere Konsequenzen an.

Als dann unsere Bundes-Angie ankam, entrollten wir unser Spruchband mit der Aufschrift „Merkel an der Macht – Steuergelder für die Banken“. Einige der Anwesenden, die die zwei Meter hinter uns nutzen wollten, anstatt den Platz vor uns fühlten sich dann in ihrer Sicht wohl eingeschränkt und zerstörten das Spruchband.

Während der ganzen Veranstaltung durften wir uns immer wieder Beleidigungen wie „Kommunistenschweine“ etc. anhören.

Es ist traurig, dass man 20 Jahre nach der Wende immer noch so betitelt wird und dies ein ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des Rates des Kreises Kamenz bejubelt.

Aber für die Linksjugend war der Abend durchaus ein Erfolg, ein neues Mitglied und ca. 250 verteilte Flyer (auf einer CDU-Veranstaltung).

Abgerechnet wird am 27. September – nach der Wahl!

Es geht nach Links! – Bundestagskandidatin und Linksjugend besuchen CDU Wahlkampfauftakt

Großer Besuch wurde angekündigt, die Ministerpräsidenten von Sachsen und Thüringen (beide CDU) wollten nach ihrer Wanderung von Zeulenroda nach Pausa noch einige Worte vor „dr Erdachs“ halten.

Als Linksjugend, rund um die Bundestagskandidatin Janina Pfau, wollten wir uns dieses „Großereignis“ natürlich nicht entgehen lassen. Also trafen wir uns eine Stunde vor dem angekündigten Start der Reden, welche in Pausa gehalten wurden, in der Geschäftsstelle der LINKEN in Plauen und bereitenden uns gebührend auf diesen hohen Besuch vor.

Mit vier Fahnen und mit Westen fuhren wir dann zu fünft (in einem Auto!) nach Pausa. Auf dem Markt angekommen schauten die (sicherlich zum Teil eingekauften) HelferInnen der CDU nicht schlecht. Mit Beginn der Tillich-Rede zogen wir dann mit wehenden Fahnen auf dem Marktplatz ein. Schon nach circa einer Stunde waren dann auch schon alle drei CDU-Reden beendet und wir fuhren nachhause.

Die Veranstaltung über pöbelten die CDU-Anhänger unter dem Motto „Spiele nicht mit den Schmuddelkindern“. Einer fragte sogar, ob wir vor dreißig Jahren nicht aufgepasst hätten, was bei einem Altersdurchschnitt von 24 nicht möglich ist, wir waren ja alle noch nicht geboren. =D

Aus Höflichkeit gegenüber den Veranstaltern verkniffen wir uns das laute Lachen.

Das beste aber zum Schluss. Als wir gingen, kam von der Seite: „Na endlich gehen die!“

FALSCH! Wir sind gekommen um zu bleiben! Das war nur der Anfang unseres Wahlkampfes.

Für unsere Kandidatin! Für Janina!