Voller Erfolg! – Podiumsdiskussion „Homosexuell im Vogtland“

geschrieben von André Hegel (Sozialistische Linke Vogtland)
und Daniel Bache (linksjugend [’solid] Vogtland)
In der Vergangenheit ist der Freistaat Sachsen immer wieder durch homonegative, also homosexuellenfeindliche, Ausfälle seiner politischen Vertreterinnen und Vertreter aufgefallen. Während Mensch die Stadt Dresden im krassen Gegensatz zu vielen anderen Städten strikt weigert zum Christopher Street Day die Regenbogenflagge vor dem Rathaus zu hissen, werden aus dem Erzgebirge Hassmails an homosexuelle Mitglieder des Deutschen Bundestags geschickt und im Vogtland werden Homosexuelle von Stadträten als krank und gestört diffamiert.

20120527homosex-Seite001Anlässlich der aktuellen Situation fand am Mittwoch, dem 13. Juni, in der “Alten Feuerwache“ in Plauen eine Podiumsdiskussion mit einigen Gästen statt. Namentlich waren dies Marie Nele Wolfram (Jugendparlament Plauen), Jenny Oehmgen (CDU Vogtland), Carsten Schatz (DIE LINKE.queer Berlin und Deutsche AIDS-Hilfe), Andy Darby (Leiter der Galerie Forum K und Plauener Stadtrat), sowie Frank Trtschka (Sportler und Plauener Bürger). Moderiert wurde der Abend von Daniel Bache einem Vertreter der linksjugend [’solid], welche die Veranstaltung gemeinsam mit dem Stadtverband Plauen und der Regionalgruppe “Sozialistische Linke“ Vogtland organisierte. Als Erfolg kann die Aktion wohl bereits deshalb gewertet werden, weil mit 57 Menschen mehr als doppelt so viel Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie ursprünglich erwartet den Saal gefüllt haben.

Die Debatte an sich verlief außerordentlich konstruktiv, wobei sich aus dem Publikum sowohl junge, als auch ältere Besucherinnen und Besucher aktiv an dem Diskurs beteiligten. Ein großer Streitpunkt war der Einfluss der Religion in Bezug auf die Situation von Homosexuellen und die Frage, wie man die Gesellschaft für das Thema sensibilisieren kann. Auch inwieweit über die frühe Bildung ein Beitrag geleistet werden kann und muss wurde anlässlich der Tatsache, dass ein Coming Out von Homosexuellen in der Schule nicht selten massives Mobbing nach sich zieht, diskutiert. Der Genosse Carsten Schatz, der extra für die Diskussion aus Bundeshauptstadt anreiste, berichtete hierbei von zahlreichen Projekten an Berliner Schulen. Der Umgang mit nicht normativen sexuellen Identitäten und Lebensmodellen sei besonders in männlich dominierten Klassen ein Problem, berichtete eine Lehrerin des Beruflichen Schulzentrums für Wirtschaft und Gesundheit “Anne Frank“.

Verwunderlich ist die Herausbildung solcher Ressentiments nicht, wenn man bedenkt, dass Homosexualität auch hierzulande bis vor wenigen Jahrzehnten strafrechtlich verfolgt wurde. Der Paragraph 175 beispielsweise, der seine Wurzeln bereits in der Kaiserzeit fand und im Dritten Reich massiv verschärft wurde, hatte in der Bundesrepublik skandalöserweise noch bis 1969 in der Fassung der Nazis seine Gültigkeit und wurde erst zum 11. Juni 1994 vollends abgeschafft. Der seit 1968 wirksame Paragraph 151 im Strafrecht der DDR hingegen, der homosexuelle Handlungen mit Jugendlichen sowohl für Frauen, als auch Männer unter Strafen stellte, wurde bereits 1988 ersatzlos gestrichen.

Nach der Veranstaltung bleibt zu hoffen, dass aus dem Skizzieren des gesellschaftlichen Soll und Haben nun endlich auch konkrete gesellschaftliche und politische Initiative hier vor Ort heranwächst, um die Akzeptanz für nicht heterosexuelle Identitäten zu stärken. Schlecht stehen würde das einer Stadt nicht, die für sich Weltoffenheit und Modernität beansprucht.

Abschließend kann man sagen, es war ein Erfolg und bestimmt nicht die letzte Veranstaltung zu diesem Thema und sicherlich nicht die letzte Veranstaltung der SL Vogtland.

Erzgebirge: Treffen mit Kultusminister Wöller

Heute, am 11.8.2010, war ein wirklich großer Tag für das Bündnis Bundesweiter Bildungsstreik 2010 Erzgebirge und damit auch für uns als Linksjugend Erzgebirge, denn heute konnten wir unseren Forderungen, nach einer besseren Bildung, direkt beim Kultusminister gehör verschaffen. Aber nun noch mal von vorne.

Nachdem Roland Wöller vor einigen Wochen eingestehen musste, es die Forderungen des Bildungsstreiks 2009 abhanden gekommen sind und auch nicht angesehen wurden, stand er in Folge dessen natürlich unter Druck. Doch das Bündnis Bundesweiter Bildungsstreik 2010 Erzgebirge, entschied sich Herrn Wöller und seinem Ministerium eine 2. Chance zu geben und ihm die Verbesserungsvorschläge der Schüler aus diesem Jahr zu überreichen. In Folge dessen schafften wir es sogar ein persönliches Gespräch mit dem Minister im Kultusministerium zu arrangieren.

Bildungsstreiker vor dem Kultusministerium

So traf dann auch eine Delegation aus dem Erzgebirge, bestehend aus 6 Leuten (1x Parteilos, 1x Jusos, 1x Grüne Jugend, 3x Linksjugend) gegen 13 Uhr am Elbufer ein. Hier wurde als erstes ein gemeinsames Picknick mit gleichzeitiger Lagebesprechung abgehalten. Dann warteten wir vor dem Kultusministerium auf 2 Landtagsabgeordnete der Grünen und der SPD. Anschließend ging es durch die Sicherheitskontrollen hinauf in den Konferenzsaal. Nun war es also so weit und wir sollten zum ersten Mal mit einem Minister ins Gespräch kommen.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, lobte Herr Wöller zu unserer Überraschung, als aller erstes unser Engagement, sich auch für andere einzusetzen. Gerade weil die CDU eigentlich den Bildungsstreik und Streiks im Allgemeinen ablehnt, freuten wir uns darüber besonders. Auf die Anfrage hin, ob er denn auch etwas gegen Schulleitungen tun könne, die es ihren Schülern verbieten zu streiken, verneinte er allerdings. Die Anfrage war nötig geworden, weil wir auch im Erzgebirge von Schülern erfahren mussten, dass ihnen die Teilnahme am Bildungsstreik unter Androhung von Strafen verboten wurde. Allerdings sollten die Lehrkörper mal darüber nachdenken, dass auch sie des öfteren Streiken und das für ähnliche Forderungen wie auch wir es tun.

Im Folgenden setzten wir unseren Themenschwerpunkt auf die Forderung „Gleiche Chancen für Alle!“, da diese von den Schülern auf dem diesjährigen Bildungsstreik besonders häufig genannt wurde. Diese Forderung könnte unserer Meinung nach, recht einfach durch eine Abschaffung des föderalistischen Bildungssystems erreicht werden. Allerdings stießen wir mit dieser Anregung nicht gerade auf offene Ohren. Offensichtlich interessiert es nicht, ob der Großteil der Bevölkerung ein einheitliches Schulsystem, in dem jeder egal wo er geboren wurde, die gleichen Chancen hat, von der Bevölkerung gewollt ist oder nicht.

Ein Themenpunkt  wo wir dann weitgehend überein trafen, war die mangelnde Mitgestaltung von Schülern an ihrer Schule. Eine Veränderung könnte dabei durch die Aufklärung der Schüler, über ihre Möglichkeiten der Mitgestaltung, im Fach Gemeinschaftskunde erfolgen.

Leider konnten wir nicht alle Themen ansprechen, welche uns von den Schülern mitgegeben wurden, da die Stunde viel zu schnell verging. Die Tapete mit den Wünschen der Schüler wurde allerdings dagelassen und kann noch weiter ausgewertet werden, sofern sie nicht verschwindet.

Die Verbesserungsvorschläge immer fest im Blick! ;-)

Nach dem Treffen mit Roland Wöller durften wir noch den Landtag besuchen, um dort gemeinsam an der Pressemitteilung zu Arbeiten. Ein Dank geht hierfür an Frau Giegengack.

Wir als Bildungsstreikbündnis und natürlich auch als Linksjugend [’solid] Erzgebirge möchten uns zudem für die Gesprächsbereitschaft von Herrn Wöller bedanken, denn leider ist diese nicht all zu häufig. Oft genug muss man sich auch schon auf Kreisebene anhören, dass man doch von der SED sei und das obwohl man zum Zeitpunkt der Wende erst 1 Jahr alt war. Gerade die Jugendgruppen der Regierungsparteien können sich hier mal von ihrem Kultusminister eine Scheibe abschneiden und noch viel lernen, was den respektvollen Umgang mit ihren Mitmenschen anbelangt.

Quelle: http://erzgebirge.linksjugend-sachsen.de/

MAKE CAPITALISM HISTORY Kongress

Der Kapitalismus steckt in seiner tiefsten Krise seit 80 Jahren. Die Lehre des Neo-Liberalismus vom freien Spiel der Märkte ist verpufft. Dies wird von niemandem mehr bestritten. Umstritten ist dagegen – auch innerhalb der Linken – wie es weitergehen soll.

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Der Kapitalismus steckt in seiner tiefsten Krise seit 80 Jahren. Die Lehre des Neo-Liberalismus vom freien Spiel der Märkte ist verpufft. Dies wird von niemandem mehr bestritten. Umstritten ist dagegen – auch innerhalb der Linken – wie es weitergehen soll.

Bewegungen brauchen Orte, an denen sie sich verständigen können. Mit dem „Make Capitalism History“-Kongress wollen wir Studierende, Schülerinnen und Schüler aus dem Bildungsstreik zusammenbringen mit Aktiven aus den Krisenprotesten, den Gewerkschaften, der LINKEN und der globalisierungskritischen Bewegung.

Wie wollen darüber diskutieren, was die Ursachen der Weltwirtschaftskrise sind und welche Alternativen es in Zukunft für eine demokratische Wirtschaft gibt. Wir werden uns fragen, welche Rolle eigentlich Bildung im Kapitalismus einnimmt und wie wir Gegenwehr organisieren können.

Wie groß ist das weltweite Ausmaß der Krise? Kann ein Green New Deal die Probleme lösen? Wie kann eine alternative Wirtschaft funktionieren? Was können wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen? Wie müsste eine wirkliche Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern aussehen? Wie würde ein wirklich freies und solidarisches Bildungssystem aussehen? Wo können wir ansetzen, um diese Veränderungen herbeizuführen?

Zum Zeitpunkt des Kongresses werden wir mit einer neuen Bundesregierung konfrontiert sein und das neue Semester steht kurz vor der Tür. Abschließend geht es deshalb darum, was wir im Hier und Jetzt tun können und was die nächsten Schritte für die außerparlamentarische Bewegung sind. Denn die beste Antwort auf die Krise ist, jetzt aktiv zu werden und sich zu organisieren.

Komm auch Du und mach mit!